Pferdekauf

Pferdekauf- Die Qual der Wahl

Wer heute vor der Herausforderung steht, sich ein neues Pferd anschaffen zu wollen, der sollte sich vertraute Fachleute zu Rate ziehen. Wichtig ist erst einmal herauszufinden, was ich mit dem neuen Partner in meinem Leben machen möchte? Ich empfehle vor dem Pferdekauf eine Liste zu machen mit charakterlichen Eigenschaften, körperlichen Voraussetzungen und persönlichen Vorlieben, die das neue Pferd erfüllen sollte. Ebenfalls ist es ratsam auch die Eigenschaften aufzuschreiben, die man nicht möchte. Dann sollte natürlich auch die persönliche Situation mit berücksichtigt werden. Wo wird das neue Pferd untergebracht? Wie viel Geld steht mir monatlich dafür zur Verfügung? Wie viel Zeit habe ich? Wie fit bin ich in der Pferdeausbildung und habe ich bei Bedarf entsprechende Fachleute vor Ort? Habe ich genügend Geld für eine passende Ausrüstung und bleibt auch was für Notfälle übrig? Bei dieser Liste sollte man sich wirklich Zeit lassen und ehrlich zu sich bleiben. Jede Unehrlichkeit geht leider zu Lasten der Beziehung mit dem Pferd.

Beim Pferd sollten rassetypische Merkmale berücksichtigt werden, ebenso wie der Gesundheitszustand und der Ausbildungsstand. Mir persönlich sind junge Pferde immer lieber, da ich aus eigener Erfahrung weiß, wie schwer es ist, Fehler in der Ausbildung zu korrigieren. Für einen Anfänger ist es sicherlich hilfreich ein ausgebildetes Pferd zu kaufen, mit dem er lernen kann. Die Rasse und auch der Typ des Pferdes sollte zum Ausbildungsstand des Reiters passen. Es ist empfehlenswert einem ängstlichen Reiter ein sicheres Pferd zu geben. Zu diesem kann er Vertrauen fassen und Sicherheit gewinnen. Sichere Pferde machen auch mal ihren Job, wenn obendrauf nicht alles perfekt läuft. Mit einem unerfahrenen, unsicheren Pferd wird der ängstliche Reiter keinen Erfolg haben. Dieses Pferd braucht eine sichere Führung, jemand der ganz genau weiß, was wann zu machen ist. Dann fassen die Pferde schnell Vertrauen und lernen sicher und entspannt. Der Gesundheitszustand ist abhängig von Alter, Haltung und genetischen Faktoren. Dieser sollte möglichst realistisch erfasst und in den Kaufpreis mit einbezogen werden.

In der heutigen Zucht wird vermehrt Wert auf die Optik eines Pferdes gelegt. Besondere Farbzusammenstellungen beim Appaloosa, Muskelmassen beim Quarter, extra lange Gliedmaßen beim Dressurpferd, lange Mähne und Behang beim Friesen und immer raumgreifendere Tritte beim Gangpferd sind die heutigen Ziele der Züchter. Die dadurch entstehenden Probleme im Körperbau und im Stoffwechsel treten in den Hintergrund. Es gibt nur noch wenige Zuchtlinien, die tatsächlich auf das Wert legen, was uns Reitern ein langes und gesundes Zusammenleben mit unserem Partner Pferd ermöglicht: korrekter Körperbau mit optimalen Winkelungen, passende Ernährung von Anfang an, Fohlenaufzucht unter Artgenossen mit Bewegungsmöglichkeit, regelmäßige Hufbearbeitung und Zahnkontrolle und Aufbau eines gesunden Immunsystems. Ich kenne glücklicherweise Züchter, die noch auf Qualität und Leistungsfähigkeit züchten. Daher hoffe ich zum Wohl der Pferde, dass dieser Optik- Trend auch mal ein Ende haben wird.

Um die Qualität der zur Auswahl stehenden Pferde einschätzen zu können, ist es für den Pferdebesitzer notwendig, sich beim Kauf beraten zu lassen. Beratend können alle Fachleute aus dem Pferdebereich zur Seite stehen. Dies können Tierarzt, Hufschmied, Tierheilpraktiker, Physiotherapeut, Reitlehrer oder andere Personen des persönlichen Vertrauens sein. Für eine realistische Einschätzung sollte man hier aber wirklich auf Fachkräfte zurückgreifen. Nicht jeder Pferdebesitzer, der ein paar Pferde hinter dem Haus hält, ist ein Fachmann in der Beurteilung von Exterieur und Interieur.

Mit diesen Tipps habt ihr nun die besten Möglichkeiten, euer Traumpferd zu finden. Viel Spaß bei eurer schönen, gemeinsamen Zeit.